Regierungskritische Magazine sollen „finanziell ausgehungert“ werden / Deutsche Steuergelder fließen in das Programm / Gründer ist Ex-US-Geheimdienstler
23. April 2024 (multipolar) London / Berlin.
Das britische Unternehmen „Global Disinformation Index“ (GDI) entscheidet laut Recherchen unabhängiger Journalisten wesentlich darüber, welche Online-Medien bei der Erzeugung von Werbeeinnahmen benachteiligt werden. Magazine, die auf der „Dynamischen Ausschlussliste“ von GDI aufgelistet werden, seien mit einem faktischen „Werbeboykott“ konfrontiert, erläutert der Journalist Norbert Häring. Da die Ausspielung von Internetwerbung in der Regel automatisiert stattfinde, wüssten oftmals weder die werbenden Unternehmen noch beteiligte Werbeagenturen etwas von diesem Mechanismus.
Das selbst formulierte Ziel von GDI bestehe darin, „Online-Desinformation zu zerstören, indem entsprechende Publikationen finanziell ausgehungert“ würden, schreibt Häring. Allerdings sei die von GDI selbst formulierte Definition von „Desinformation“ widersprüchlich und irreführend, da es nicht um Falschinformationen, sondern um unterschiedliche Standpunkte bei geopolitischen Konflikten oder bei umstrittenen Themen wie Migration und Identitätspolitik gehe. Ebenfalls würden völlig korrekte Informationen, die jedoch Konflikte „schüren“ könnten, von dem britischen Unternehmen zu Desinformation gerechnet. „Ein hohes Risiko, auf dem Index zu landen, haben folglich erfolgreiche Nachrichten- und Kommentarseiten, auf denen Regierungskritik geübt wird“, erklärt Häring.
